Pressemitteilung / 22.3.2017

Es ist spät geworden, am Donnerstagabend des 16. März, aber die Windenergieanlage steht. Es war schon diffizil, diese Großanlage in unmittelbarer Nähe zur Großbatterie und weiteren Gebäuden auf dem Gelände des ICT aufzustellen. Nachdem das sechste Turmteil diesmal unbeschadet den Transport aus Brandenburg ans ICT überstanden hatte, konnte es am Dienstag losgehen. Der etwa 100 Meter hohe Turm wurde fertig gestellt. Am Donnerstagvormittag wurde dann die 50 Tonnen schwere Gondel auf den Turm gesetzt. In diesem Maschinenhaus befinden sich unter anderem das Getriebe und der Generator.

© Foto Fraunhofer ICT

Die Windenergieanlage des Fraunhofer ICT

Am Mittag wurde dann – am Boden liegend – der Rotor mit den drei Flügeln verbunden. Fertig montiert hat diese Baugruppe einen Durchmesser von 82 Metern und ein Gewicht von 50 bis 60 Tonnen. Mit größter Vorsicht wurde diese riesige Konstruktion eng an den Gebäuden vorbei nach oben gezogen. Gegen 19 Uhr konnte der Rotor dann endlich mit der Gondel verbunden werden.

Wie geht es jetzt weiter?

»Die Windenergieanlage ist ein wichtiger Baustein in unserem Energiewendeprojekt« erklärt Professor Dr. Jens Tübke, Bereichsleiter am ICT. »Die Windenergie werden wir in unser Institutsnetz einspeisen«. Die angewandte Forschung  des Instituts benötigt viele Anlagen und Prozesse im Industriemaßstab. »Aufgrund dessen haben wir eine Grundlast von 400 bis 600 kW und eine Spitzenlast von über 1 MW, wenn zum Beispiel unsere Presse mal wieder Motorhauben für in der Entwicklung befindliche PKWs in einer Nullserie abmustert«.

Wenn das Institutsnetz die Windenergie nicht benötigt, wird damit die neue vom ICT mit Industriepartnern gemeinsam entwickelte Großbatterie geladen. Das Zusammenspiel zwischen der Windenergieanlage, einer darin integrierten Lithium-Ionen Batterie, dem Institutsnetz samt seiner Verbraucher und der neu aufgebauten Redox-Flow-Großbatterie wird in dem laufenden Projekt RedoxWind wissenschaftlich untersucht und ausgewertet. Der Fokus des Instituts liegt neben allem wissenschaftlichen Interesse vor allem an deren wirtschaftlicher Übertragbarkeit. »Die Kosten für Materialien und Systeme müssen runter, das ist die klare Zielsetzung unserer Projekte« erklärt Jens Tübke, »unsere Partner wollen in den Markt«. Der Markt besteht bereits und wird weiterhin stark anwachsen. »In den kommenden Jahren entsteht am ICT ein Energie-Campus« erklärt der Institutsleiter Prof. Dr. Peter Elsner zum geplanten weiteren Ausbau am ICT. »Für die Energiewende sind die im realen Betrieb gewonnenen Erkenntnisse essentiell. Wir werden weitere Technologien bei uns implementieren, weiterentwickeln und auf Markttauglichkeit testen, damit das für uns alle als Verbraucher auch bezahlbar bleibt.«